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Natürlich wurde auch der Sommer und der Herbst 2005 genutzt um am Bulli weiter zu arbeiten

An den unterschiedlichsten Stellen hatte der Rost gefressen. Also, großzügig raus- schneiden, dann erst Rostumwandler und anschließend fleißig neue Bleche eingeschweißt.

Auch das vor Jahren viel zu groß ausgeschnittene Loch für die Gasflaschenzwangs- entlüftung unter dem Koch- und Kleiderschrank wurde nun auf die richtige Größe verkleinert. Danach wurde das gesamte Bodenblech gestrahlt. Auch von innen waren halt überall kleine Rostpunkte aufgrund von Lackschäden.

Und danach wurde das Bodenblech lackiert. Zuerst mit POR 15 Rostverhütungslack und danach dann mit Neptun-Blau L50 K. Schade nur, dass später davon nichts mehr zu sehen ist!

Gleiches passierte mit dem Fußraum. Wer denkt, dass hier gepfuscht wurde, weil Lenkstange und Bremspedal auch blau sind, dem sei gesagt, dass beides als Neuteile im Keller liegen und somit ausgetauscht werden.

Auch der gesamte Unterboden wurde zunächst mit POR 15 Rostverhütungslack behan- delt. Anschließend wurde darauf dann POR 15 Blackcode-Lack aufgetragen. Leider sieht man dies Ergebnis nicht so toll, da der Blackcode-Lack zu sehr spiegelt und meine Digital-Kamera (oder ich) damit nicht so klar kommt. Beide Lacke wurden übrigens aufgesprüht.

Auch der Motorraum erhielt ein neues Farbenkleid. Alles was oberhalb der Motor- dichtung liegt wurde Neptun-Blau, alles darunter gehört zum Unterboden und erhielt somit die entsprechende Lackbehandlung.

Von Mitte Oktober bis Ende April 2006 - ja, der Winter war seeeehr lang- ruhte das Projekt.

Als erstes wurden dann Ende April 2006 alle Achsteile vom alten Lack, Wachs und Dreck befreit, ehe dann ein neuer Anstrich erfolgte. Aber auch die neuen Bremsankerplatten wurden von der Werksgrundierung erlöst ud erhielten einen POR 15 Blackcode-Anstrich. Dann erfolgte der Zusammenbau. Natürlich wurden Radbremszylinder und Leitungen erneuert. Nur die Bremsbeläge und die Trommeln blieben, da diese noch vom letzten Mal neuwertig waren und keine 5000km gelaufen haben.

Auch das Schaltgestänge erhielt neue Führungshülsen. Oben die alten, darunter die neuen. Die sind ab Werk schon leicht gefettet.

Und die Gummirohre des Tanks wurden erneuert, da sie, wie leider schwer auf dem linken Bild zu erkennen ist, rissig waren.

Noch ein neuer Tankgeber und hoffentlich funktioniert der auch! Dann: Tank wieder rein.

Dann wurde das Getriebe eingebaut. Es handelte sich nicht um das ursprüngliche Getriebe, weil das in den ersten drei Gängen etwas laut war. Und genau dieser Einbau sollte sich später rächen!!!

Beim Sand-Strahlen der der alten Achse stellte sich heraus, dass diese durchgerostet war und somit das Zeitliche gesegnet hat. Es wurde Ersatz beschafft. Der Ersatz war Rot lackiert. Da dies nicht wirklich zum Rest der Restauration passte, wurde die rote Farbe mittels Grüneck-Abbeizer entfernt.

Nachdem die rote Farbe endlich ab war (was für eine Sch...-Arbeit) wurde die blanke Achse dann mit POR 15 Blackcode wieder schwarz.

Ganz alleine unter Flüchen und Extrem-Schwitzen wurde die Achse dann eingebaut. Dabei halfen zwei baugleiche Rangierwagenheber. Damit war ein gleichmäßiges Hochdrücken der Achse möglich. Allerdings wäre ein dritter Arm nützlich gewesen um so die Achse besser in der Waage zu halten. Dennoch hat am Ende alles gepasst.

Beim Komplettieren der ganzen Anbauteile half wieder das Ersatzteillager mit vielen neuen Teilen. Somit musste vieles nicht vor dem Lackieren mit POR 15 Blackcode mühsam aufgearbeitet werden. Das spart Zeit.

Auch ein neues Gaspedal brachte der Ersatzteilfundus an’s Tageslicht. Das alte hatte sich ja auch schon über 216.000 Kilometer treten lassen.

Dann endlich, der 17.September 2006. Auf eigener Achse mit eigenem Motorantrieb verlässt der Bulli die Garage. Links, noch total eingestaubt, rechts schnell mal übergewaschen.

Doch bis dahin hat es noch einige Nerven gekostet. Je weiter es bei der Komplettierung voran ging um so weniger wurde fotografiert - hmm. Na eigentlich gibt es ja auch dabei nicht mehr so viel interessantes. Nachdem rund um die Vorderachse alles eingebaut war fehlte ja nur noch der Motor. Der wurde aus seiner Verpackung befreit, eingebaut, verkabelt, gestartet und.... tja, es machte nur “klack”. Hat der alte Anlasser etwa einen defekt? Also ein anderer rein und wieder nur “klack”. Und noch einer und nur “klack”. Natürlich war die Elektrik hier bereits x-mal überprüft, Hilfskabel parallel gelegt und nur “klack” und “klack” und “klack” und verdaaaaaaaaaaammmmt - gibt’s ja wohl nicht!

Bei der weiteren Fehlersuche wurde festgestellt, dass der Motor sich nicht drehen ließ. Sollte er in seiner schönen Verpackung etwa festgegammelt sein? Also vierten Gang rein und gerüttelt und gerüttelt und gerüttelt und NICHTS! Fest! Auto vorgespannt und gerüttelt und er blieb fest. Panik macht sich breit, gemischt mit einer ordentlichen Portion Wut und der Angst vor neuen nicht geplanten Motorinstandsetzungs-Kosten.

Also Motor wieder raus und siehe da, er lässt sich ganz einfach drehen. Des Rätsels Lösung liegt in dem verbauten Getriebe. Hier ist die Kupplungsglocke rund 4 mm kürzer und so hat sich der Kupplungskorb und die Schwungscheibe in eben jener Glocke verklemmt.

Nun ist erst einmal wieder das alte Getriebe verbaut und alles läuft. Da die warme Jahreszeit noch nicht ganz rum ist, wird jetzt damit begonnen, den Bus oberherum wieder schön zu machen.

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                    Fortsetzung im Teil 3

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