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Quickly

Nach gut 2 Jahrzehnten Bauzeit hatte die NSU Quick ausgedient. Sie galt im Grunde noch immer “nur” als Fahrrad mit Hilfsmotor. Die Entwicklung der Motorleistung bei Zweitaktern war nach dem Krieg so weit fortgeschritten, dass knapp 49 ccm die Fahrleistungen der Vorkriegs-98-er in den Schatten stellte. Somit wurde diese Form des motorisierten Fahrrades bei eigentlich allen namhaften Herstellern 1953 durch das sogenannte Moped abgelöst. In jenem Jahr wurden endlich die gesetzlichen Vorschriften für die neue Fahrzeugart festgelegt. Neben max. 50 ccm Hubraum wurde das Maximalgewicht auf 30 Kilo plus 10% Toleranz festgelegt. Der Name Moped setzte sich aus den Teilen MOtor und PEDale zusammen. Für das Moped benötigte man nur eine Haftpflichtversicherung und zunächst musste der Fahrer lediglich das 16. Lebensjahr vollendet haben. Wurde beides erfüllt, konnte es ab zur Milchbar gehen.

Da die gesetzlichen Anforderungen an das Moped natürlich den Herstellern im Vorfeld schon weitest- gehend/gänzlich bekannt waren, konnten sie entsprechend konstruieren.

NSU brachte so gleich im Jahr 1953 das NSU Quickly auf den Markt. Durch den Namen wurde deut- lich, wen sie ablöste. Und durch die Verniedlichung des Namens “Quick” sahen viele den Hinweis auf den geringeren Hubraum des neuen Zweirades. Hatte man bei der NSU Quick den Slogan “Wer radfährt kann auch quickfahren” zur Modelleinführung, hieß es nun bei dem NSU Quickly: “Nicht mehr laufen, Quickly kaufen”

Das NSU Quickly hatte, wie schon zuvor die NSU Fox sowie die NSU Lux und NSU Max einen von Albert RODER konstruierten Zentralpressrahmen. Das Hinterrad war ungefedert, das Vorderrad wurde durch kurze Schwinghebel mit kleinen Schraubenfedern gedämpft. Die lackierten 21 Zoll-Felgen waren mit 26x2-Bereifung versehen. Der 49 ccm-Motor war mit drei Schrau- ben am Rahmen befestigt, der Tank hatte eine Tropfenform und fasste 3 Liter, damit kam man bei einem Verbrauch von rund 1,9l mindestens 160 Kilometer weit. In der Regel lag der Verbauch aber darunter. Wie auch schon bei den Vorkriegs-Zweitakt-Motoren (mit Ausnahme der ersten NSU 175 Z-Modelle) hatte der Motor einen abnehmbaren Leichtmetallkopf. Erstmals aber spendierte NSU einem seiner Motoren eine hartverchromte Zylinderlauffläche. Den Vergaser liefert die Fa. BING und wie auch schon bei den zuvor mit Zentralpressrahmen auf den Markt gebrachten Modellen wurde die Luft durch den Rahmen geführt. Durch die hierdurch erzielte “Beruhigung” der Ansaugluft wurde die Füllung des Motors und somit seiner Fahr- leistung verbessert. Ein Schwunglichtmagnetzünder erzeugte den notwendigen Zünd- funken und lieferte auch den Strom für die Beleuchtung. Das NSU Quickly erhielt ein 2-Gang-Getriebe, welches mittels Drehgriff am linken Lenkerende geschaltet wurde. Damit überhaupt geschaltet werden konnte, musste hierfür stets die Kupplung gezogen sein. Die bisher erforderliche 2.Kette zur Kraftübertragung entfiel bei dem NSU Quickly, gestartet wurde es wie auch schon die gute alte NSU Quick mittels ihrer Pedale. Gebremst wurde die rasante Fahrt durch Innenbacken-Trommelbremsen. Den Vorwärtsdrang aufhaltende Hindernisse konnten mittels einfacher Fahrradklingel beseitigt werden. Die Geschwindigkeit wurde durch einen Tachometer der Fa. VEIGEL angezeigt, der am Lenker fest- geschraubt war. Wie auch schon bei den letzten NSU Quick-Modellen saß der Fahrer auf einem bequemen Schwingsattel. Abgestellt wurde das NSU Quickly mit einem Mittelständer. Wie eigentlich alle damaligen Zweitakter verlangte auch der Quickly-Motor nach einem Gemisch von mindestens 1:25. Seine Höchst- schwin- digkeit war mit 40 km/h angegeben, erreicht wurden aber in der Praxis spielend 50 km/h. Das NSU Quickly wurde grundsätzlich in Jadegrün mit einem weiß abge- setzten Tank ausgeliefert. Eine hell- dunkegraue Version gab es nur auf Son- derwunsch. Für den deutschen Markt gab es sie, entsprechend den gesetzlichen Vorlagen, nur als Einsitzer, in Holland durfte man mit der NSU Quickly auch einen Sozius mitnehmen. Dennoch wurden Kindersitze auch in Deutschland angeboten.

1955 erhielt das oben beschriebene NSU Quickly die offizielle Bezeichnung NSU Quickly N, denn ab diesem Jahr führte man bei NSU noch das NSU Quickly S und das NSU Quickly L ein. Das NSU Quickly S erhielt zur Standartausstattung einen Seitenständer, in das Lampen- gehäuse wurde ein Tacho der Firma VEIGEL gesetzt, die Schutzbleche erhielten seitliche Dreiecke, die Felgen waren verchromt und der Tank wurde auf 4,5 Liter vergrößert. Das Gewicht stieg um 2 Kilo auf nun 35. Wie sich schon aus der Be- zeichnung NSU Quickly L ableiten lässt, handelt es sich hierbei um die Luxus-Variante. Diese verfügte nun auch über eine gefederte Hinterradschwinge, die Schrauben- federn wurden durch das neue Blech-Heckteil verdeckt. Der Fe- derweg betrug 40 mm. Der Gepäck- träger wurde in das Heckteil integriert. Die seitlichen Dreiecke an dem vorderen Schutzblech wurden nochmals vergrößert. Dazu gab es Blechbeinschilder, einen Pressblechlenker sowie Vollnaben-Trommelbremsen. Die “normalen” Reifen wurden durch Weißwandreifen ersetzt. Das Gewicht stieg auf 49 Kilo. Während die Beinschilder auf auf Kundenwunsch für die Variante N und S geordert werden konnte, gab es sie Zweifarbenlackierungen in Lidoblau mit Perlgrau, Korallenrot mit Walgrau oder Virginiabraun mit Isarsand ausschließlich für die L- Variante. Zum Fahren der Varianten S und L benötigte man einen Führerschein, denn beide überstiegen das Maximalge- wicht von 30 Kilo plus 10 Prozent deutlich. Ab 1956 entfiel aber dieses Gewichts- limit und alles war wieder beim alten. Das NSU Quickly N erhielt 1956 ebenfalls den 4,5 Liter-Tank. Natürlich, wie für die Wirtschafts- wunderzeit sich gehörend, boten div. Firmen unter dem Namen “NSU” Zubehör an. So gab es neben der serienmäßigen Klingel auch eine Ballhupe und ein elektrisches Horn. Es wurden auch für den Einkauf oder aber den Ausflug, die Reise usw. Packtaschen angeboten. Hier gab es grundsätzlich zwei Modelle, die ganz einfachen rechteckigen, die mit den Fahrradpacktaschen identisch waren und solche, die sich in die Hecklinie der Quicklys ergonomisch einpassten. Für beide musste aber zum Schutz vor den Speichen ein Rohrrahmen, der verchromt war, verwendet werden. Und natürlich gab es noch einen Heckgepäckträger, der je nach Maschine leicht variierte. Dort war dann noch einmal Platz für ein kleines Köfferchen

 

 

Aller Wahrscheinlichkeit nach, werden wohl die meisten NSU Quickly N, S und L mit der Quickly- Glocke oder der verchromten Ballhupe im Alltagsverkehr ausgekommen sein. Das Batterie-Horn war wohl eher etwas für die halbstarken Jungs auf ihren Sport-Mopeds.

 

Ab 1957 konnte gegen Aufpreis ein 3-Gang-Getriebe geordert werden. In jenem Jahr kam auch das NSU Quickly Cavallino auf den Markt. Es besaß das 3-Gang-Getriebe als Sport-Moped serienmäßig. Es  hat einen Zentral-Rohrrahmen, eine Teleskop-Vor- derradgabel, hinten eine Federbeinschwinge, einen rundlichen Benzintank, einen schmalen Lenker sowie eine schmale Sitzbank. Mit seiner “italienischen Linienführung” sprach es vor allem jugendliche Käufer an und erhielt eine Leistungssteigerung auf 1,7 PS, was aber sicher das erneute Mehrgewicht auf nun 54 Kilo auffraß. Das NSU Quickly Cavallino hatte, wie alle späteren NSU-Sportmopeds auch, eine Bereifung von 23x2,25.

 

1959 brauchte NSU das NSU Quickly TT auf den Markt. Dieses Sportmoped hatte eine Federbein-Vor- derradschwinge anstatt der Teleskop-Gabel und das Blechdesign wurde überarbei- tet. Es war nun großflächiger. Als dann Anfang 1960 das NSU Quickly TTK (K stand für Kickstarter, womit es sich um ein MoKick handelt, es führerscheinrecht- lich aber noch zu den Mopeds zählte) wurde das NSU Cavallino wieder vom Markt genommen.

Ebenfalls 1959 erschien das NSU Quickly T auf dem Markt. Es hatte einen Zentral-Rohrrahmen, welcher von einem völligen neuem Blechkleid umgeben war. Vorn und hinten befanden sich Schwing- gabeln, die hydraulisch gedämpft wur- den. Der Benzintank befand sich nun unter der Sitzbank. Der Motor wurde, wie vom NSU Lambretta-Roller her bekannt mittels Luftgebläse gekühlt. Es erhielt größere Vollnabenbremsen und die Reifen wurden auf 23x2,25 verkleinert. Das NSU Quickly T war als Einsitzer wie auch als Zweisitzer lieferbar und wog stolze 70 Kilo und hatte 1,7 PS. Eigent- lich war es als Ablösemodell der Varianten N, S und L gedacht, doch aufgrund der starken Nachfrage und somit auch hohen Produktionszahlen der alten Modelle sowie mangelnder Popularität wurde es zunächst “nur” parallel gebaut.

Als Folge der Beliebtheit der alten Modelle und fehlender Popularität des NSU Quickly T kam 1961 das NSU Quickly S 23 auf den Markt. Es hatte den ursprünglichen Zentralpressrahmen, erhielt aber die Bremsen und Reifen vom NSU Quickly T. Eine neue Lampenverkleidung, ein 6,6 Liter-Tank sowie vorn und hinter heruntergezogenen Schutzbleche rundeten das Gesamtbild des “Zwidders” ab. Das Gewicht reduzierte sich wieder auf 47 Kilo, ebenso wie die PS-Zahl sich wieder auf 1,4 reduzierte und es war nur als Einsitzer erhältlich. Wer einen Zweisitzer wollte, der musste das NSU Quickly S 2/23 bestellen. Dieses war 60.-DM teurer, dafür gab es auch wieder 1,7 PS. Letztere Quickly gab es schon als NSU Quickly S 2/26 ab 1960. Die Bezeichnung verrät es, hier sind die Reifen 26x2 groß

Das ab 1962 angebotene NSU Quickly F 23 war im Grunde ein NSU Quickly S 2/23, hatte jedoch eine Hinterradschwinge mit Federbeinen. Anfang 1962 wird das NSU Quickly S2/26 aus dem Progamm genommen. Dafür erscheint im Jahre 1962 noch einmal ein ganz spartanisches Modell, das NSU Quickly N 23. Hierbei handelt es sich praktisch um ein Ur-Quickly mit einer Bereifung von 23x2.25.

 

Die folgenden Bilder zeigen eine Auswahl, der über NSU zu beziehenden “Windschilds”. Über den Geschmack lässt sich allerdings auch aus heutiger Sicht sicherlich streiten.

 

Die ganz rechte und die untere Scheibe waren für die Sport-Mopeds der Quickly-Reihe gedacht.

 

 

 

Aber es gab nicht nur Zubehör, welches direkt an die Maschinen geschraubt wurde, nein, auch solches, dass man hinterher zieht gab es in gefedert und in ungefedert. Na denn, guten Einkauf, gute Reise.

 

Als Ablösung für das NSU Quickly war eigentlich die 1962 erschienene NSU Quick 50 mit deutlich mehr Leistung aufgrund ihrer Motorneukonstruktion gedacht. Aber bereits zu diesem Zeitpunkt war die Ein- stellung der Zweiradproduktion bei NSU beschlossene Sache. Die Produktion vom NSU Quickly wurde Ende 1963 eingestellt. In jenem Jahr wurde nur noch 28.538 mal das NSU Quickly in 5 verschiedenen Ausführungen gebaut!!!!   

 

 

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Quickly Bilder und Daten

 

 

 

 

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