Quick

Aufgrund der Nachteile der Motosulm für den Fahrer, insbesondere deren Kopflastigkeit, aber auch aufgrund der technischen Weiterentwicklung des Zweitakt-Motors in Hinblick auf seine Leistungsfähig- keit, entwickelte man bei NSU einen Nachfolger.

 

 

Dieser Nachfolger sollte einem Motorrad im kon- struktiven Aufbau gleich kommen. 1936 wurde er auf der Internationalen Automobil- und Motor- radausstellung in Berlin der Öffentlichkeit vor- gestellt. Eine Berliner soll spontan “Quick” geru- fen haben und somit hatte das gute Teil seinen Namen weg. Andere Quellen berichten, dass eine Sekretärin aus dem Hause NSU dieses Wort spontan rief und es so zum Namen “Quick” kam.

 

 

NSU hatte den neu entwickelten 97 ccm Zweitakt-Motor nun dort plaziert, wo er bei einem richtigen Motorrad sitzt. Angeworfen wurde er mittels der Pedale, die bei einem Fahrrad ja Serie sind. Nun gab es endlich auch ein Getriebe, wie bei den “Großen”, wenn auch nur mit 2 Gängen. Diese wurden mittels Lenkerschaltung (Drehgriff) gewählt. Die ersten Modelle des Jahres 1936 hatten noch eine reine Fahr- rad-Rücktritt-Bremse. Die Export-Modelle erhielten den Aufkleber “Made in Germany” und Kennzeichen- halter am vorderen Schutzblech. Letzteres war aber auch für die in Deutschland ausgelieferten Maschi- nen auf Kundenwunsch erhältlich. Zünder gab es von NORIS und von BOSCH. Licht im Stand lieferten ganz normale (also nicht aufladbare) Batterien.

Wie auch schon bei der Motosulm gab es eine Herren- und eine Damenausführung. Die NSU Quick für den Mann kostete bei der Einführung 290.-Reichsmark.

 

Die NSU Quick schlug ein wie eine Bombe. Und in der Werbung hieß es bald:

OB JUNG OB ALT, OB GROß OB KLEIN, WER QUICK FÄHRT WIRD ERFOLGREICH SEIN!

 

Mit einigen Verbesserungen im Laufe der Jahre wurde die NSU Quick bis 1953 gebaut. Sie erreichte dabei eine Stückzahl von rund 250.000! Wesentliche Änderung war der ab 1948 verbaute Flachkolben. Hier- durch konnte bei gleicher Leistung die Drehzahl gesenkt werden. Der Kolbenbolzen wurde aufgrund des beim Flachkoben anders geführten Überströmkanals besser geschmiert. Die letzte große Verbesserung/Über- arbeitung erfuhr die NSU Quick im Jahre 1952. Hier wurde der Tank auf 9,5 Liter vergrößert bei gleichzeitiger Reduzierung des Verbrauchs, ebenso wurden die Reifen auf 2,5 x 26 verbreitert. Das Heckteil stammte nun von der nicht mehr gebauten NSU 125 ZDB, ebenso wie die Paral- lelogramm-Gabel. Hierdurch wurde die NSU Quick nun auch offiziell soziustauglich und man verbaute für eben jenen welchen auf Wunsch Fußrasten. Der Sattel für den Fahrer erhielt die von der NSU 125 ZDB bekannten Zugfedern, der Scheinwerfer wurde vergrößert und die Drehgriff- schaltung verän- dert. So verbes- sert wurde die NSU Quick einem Tester der Zeitschrift “Das Motorrad” Anfang 1952 zur Ver- fügung gestellt. Das einzige, was ihm neben den langen Schaltwegen missviel, war die geringe Endgeschwindigkeit. Nach seiner Meinung könnte die Maschine mit diesem hervorragenden Fahrwerk und dem soliden Motor von Hause aus gut und gerne 70 km/h schnell sein. Doch sie war halt nur ein “stabileres Fahrrad” und so reichte die Übersetzung weiterhin für “nur” 55 km/h. Die Frage, ob die NSU Quick nur für den Nahverkehr geeignet ist oder ob man damit auch eine Reise durch halb Europa machen kann, beantwor- tete der Tester kurz und knapp: “Man kann!”

 

Insbesondere nach dem 2. Weltkrieg trug dieses Modell maßgeblich zum erfolgreichen Wiederaufbau des stark zerstörten NSU-Werkes bei. 1945 wurden bei NSU ganze 98 Motorräder gebaut, alles waren NSU Quick. 1946 wurden bei NSU ganze 566 Motorräder gebaut, alles waren NSU Quick. 1947 wurden von diesem Modell schon wieder  1.442 Stück gebaut, doch erst 1948 kann wieder von einer regelmäßigen Produktion gesprochen werden. hier verließen 6.245 NSU Quick-Maschinen das Werk.

Und wieder war ein Zweitakt-Modell der Erfolgs- und Überlebens-Garant des NSU- Werkes in einer schweren Zeit.

 

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