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Hubert KLEMMT II

Hubert KLEMMT II

Wir schreiben das Frühjahr 2005. Ganz Deutschland liegt unter einer dichten weißen Decke. Ganz Deutschland? NEIN! Im kleinen Leonberg bei Stuttgart hat sich bereits eine seltene Neckarsulmer Pflanze durch das Weiß wieder nach oben gedrückt.
Wie dies geschehen konnte? Na ganz einfach: ein Virus!

Hubert KLEMT hat ihn. Zu seinem 60. Geburtstag hatten seine lieben Verwandten ihn damit infiziert und ihm eine NSU 201 ZDB vor die Tür gestellt. Und auf der Suche nach weiteren Teilen dazu stieß e im August 2003 auf ein Angebot bei Ebay. Dort bot jemand aus Leuna für 750.- Euro eine NSU 201 ZD Pony, angeblich komplett, dafür aber in Säcken und Tüten, an. Doch als Schwabe hat man Geduld und nachdem keiner die Maschine ersteigert hatte mailte Hubert den Verkäufer an. Nach vielen weiteren Bildern einigte man sich auf 650.- Euro und beim nächsten Besuch seiner Mutter in Magdeburg im September 2003 machte Hubert einen kleinen Abstecher nach Leuna. Zu Hause dann stellte er fest, dass die Maschine, wie so oft bei Säcken- und Tütenkäufen, alles andere als vollständig war. Selbst vorhandene Teile, die auf halbwegs komplette Substanz hoffen ließen stellten sich als falsch. Dennoch machte sich Hubert an eine sogenannte "Parallel-Restaurierung". D.h., das vorhandene was richtig war wurde schon mal restauriert und parallel dazu wurden die Fehlteile herangetragen. So fing er an, erst mal alle Blech- und Rahmenteile abzulaugen. Bis auf das abnehmbare Endstück des Hinterradschutzblechs machte alles einen gesunden Eindruck. Das Endstück aber musste mühevoll verzinnt und geschliffen werden. Doch mühevoller war das Teile suchen und ein bischen Glück dabei, wie beim originalen Lichtschalter im beinahe Cent-Bereich, motivierte doppelt. So ging es dann auch rasch vorwärts. Zuerst die Räder. Aber schwarz lackierte Speichen wollte Hubert nicht, sodass er rohe Speichen schwarz verchromen ließ. Das sah so gut aus, dass später auch der Lenker, Nachbau-Rücklicht, die Krümmer und die Endtöpfe bei der Fa. HOFBAUER schwarz verchromt wurden. Beim Rahmen stellte er fest, dass sich Nieten gelockert hatten. Also musste noch einmal Motor und Getriebeblock eingebaut werden und die Nieten wurden hartgelötet. Danach ging alles zum Lackierer und 750.-Euro später war alles wieder perfekt von der Fa. BECKE da. Jetzt wurden Motor und Getriebe zerlegt. Kurbel- und Getriebegehäuse, Zylinderkopf und Ansaugkrümmer wurden in die Schweiz zur Firma AQUAJET zum Nasstrahlen geschickt. Für 150.-Euro sehen diese Teile nun aus, als hätten sie gerade Neckarsulm verlassen. Anschließend wurde der Zylinder bei der Fa. BEYER in Heilbronn geschliffen und ein neuer Kolben eingepasst. Für 300.-Euro gab es dann dort auch noch eine überholte Kurbelwelle. Diese hat Hubert mit geschlossenen C3-Lagern versehen und mit Simmerringen abgedichtet. In das überholte Getriebe wurde 140-er Öl gefüllt. die Kupplung wurde neu belegt und gelagert und selbstverständlich gab es noch eine neue Primär- und eine neue Sekundärkette nebst neuen Kettenritzeln. In seinem Fundus hatte Hubert noch den fehlenden AMAL-FISCHER- Vergaser zu liegen. Den brauchte er nur noch anzuschrauben, war er doch schon aufgrund seiner NSU 201 ZDB überholt worden und nur, weil der BING-Vergaser dort besser lief wieder ins Regal gelegt worden. Wieder schlug Hubert bei Ebay zu. Für nur 60.-Euro ersteigerte er 2 Nachbau-Endtöpfe nebst Fischschwänzen. Ach ja, die gesamte Verchromerei schlug mit rund 400.-Euro zu Buche. Die Seitenfelder des Tanks wurden in der RAL-Farbe fenstergrau lackiert. Die Tanklinierung in kornblumenblau erledigte Ingo FÜHRLICH aus Wächterbach für schlappe 50.-Euro. Er lieferte perfekte Arbeit ab!!! Neue Gummiteile, einen Kabelbaum und die Bowdenzüge lieferte die Fa. HAHN.
Probleme gab es noch einmal bei der Suche nach der LUMA-Lichtmaschine nebst Zündbox. Aber auch das bekam Hubert hin.
Natürlich hatte Hubert bereits zu Beginn der Restaurierung bei der AUDI- Tradition nachgefragt, was er da eigentlich erstanden hatte. So erfuhr er, das die NSU 201 ZD Pony mit der Rahmen-Nr. 888889 am 6.Mai 1935 an das Durchgangslager Dresden ausgeliefert wurde und der verbaute Motor 195646 noch original war.
So, und wenn nun der Frühling endgültig da ist, trefft ihr Hubert mit seiner wunderschönen Blume beim Drift durch die Kurven der alten Solitude an.

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