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Lux / Superlux

1951 präsentierte NSU wieder eine 2-Takt-Maschine in der 200 ccm-Klasse, die NSU Lux. Ähnlich dem Fox-Modell erhielt die NSU Lux einen verwindungssteifen Zentralpressrahmen mit Sozius- ausleger. Der 198 ccm-Motor leistete mit seinem Zweischie- bervergaser von BING 8,6 PS und war mit seinem fußgeschaltetem 4- Gang-Getriebe absolut beiwagen- fest. Der Motor wurde mittels Kickstarter angeworfen. Die Rol- lenkette war vollständig gekapselt und somit vor zerstörerischem Straßendreck geschützt. Die Seitenfelder des 11,5 Liter fassenden Tanks waren wie auch die Krümmerrohre verchromt, wie es sich eben für den “LUXus” der damaligen Wirtschafts- wunderzeit gehört. Die NSU Lux erhielt einen Batteriezünder. Das Vorderrad erhielt eine Schwinghebelfederung mit zwei Schraubendruckfedern und hydraulischen Stoßdämpfern. Das Hinter- rad erhielt eine Schwinghebelfedrung mit Schraubendruckfedern und Öldruckstoß- dämpfern. Der Rohrlenker war verstellbar und war mit einen Lenkungsdämpfer ver- sehen. Der Fahrer saß auf einem Gummi- Schwingsattel, die 19x3.00”-Räder ab- sorbierten dann auch die letzten Fahr- bahnunebenheiten. Verzögert wurde die NSU Lux mit Innenbacken-Trommel- bremsen. Natürlich gab es auch für die NSU Lux zahlreiches Zubehör von Fremd- herstellern (heute neudeutsch: Aftermar- ketparts), die den Piloten die Fahrten und Reisen versüßen wollten. Exemplarisch ist hier die Anzeige der Fa. HEVO aus Berlin-Friedenau, wie sie in den 50-er Jahren in den Motorrad-Zeitschriften zu finden war, beigefügt.

Aber auch andere Firmen boten über den örtlichen NSU-Händler div. Zubehör für die NSU Lux an. Die Firma Carl G. LANG aus Stuttgart- Feuerbach vertrat die NSU-Bezirksdirektion Südwestdeutschland. Ihr NSU-Zubehör-Katalog umfasste rund 100 Seiten, davon 90 Seiten NSU-Zubehör für zwei- und vierrädrige Kraftfahrzeuge, aber Zu- behör für andere Hersteller sowie Werstattausrüstung. Für die Lux gab es für 4.-DM Motorrad-Sitzbezüge aus Kunstleder in den Farben rot, schwarz und blau. Die dafür benö- tigte 40 mm dicke Schaumgummieinlage kostete 9,50.-DM, wem diese zu teuer war, begnügte sich mit einer 20 mm dicken Schaumstoffeinlage zu 6.-DM. Es gab Sturzbügel zu 46,20.-DM. Wer lieber seine Beine vor den Witterungseinflüssen schützen wollte, kaufte sich ein paar Beinschilder für 25,20.- DM plus 5,70.-DM für ein paar Halter. Einen modernen Seitenständer gab es für stolze 19,75.-DM. War man mit dem Mittelständer vollkommen zufrieden, wollte aber sich das Aufbocken der Maschine erleichtern, so investierte man in einen Halte- griff zu 3,40.- DM. Dieser wurde oben in der Soziusschraube und unten in der vorderen Schraube des Werk- zeugkastens befestigt. Wer wollte, konnte sich einen Tankschoner zu 5,30.-DM in den Farben rot, schwarz und blau kaufen, dazu gab es dann noch einen schicken Schaumstoff-Tankring in den Farben rot, blau, grün, gelb und beige für günstige 20 Pfennige. Später gab es dann noch für die SuperLux den Tankschoner in den Farben grau und jadegrün, dieser kostete ebenfalls 5,30.-DM. Für die Kotflügel gab es sogenannte Motorrad- Schmutzfänger in den üblichen Farben grau und schwarz. Die Preise variierten hier je nach gewünschter Größe zwischen 1,70.-DM und 2,60.-DM. Für die Kotflügel waren sogenannte Renn-(Sport-)Bügel, vorn für 11.-DM, hinten für 8.-DM erhältlich. Die sportliche Note konnte noch durch 2 Varianten von Motorrad-Scheiben betont werden. Da gab es die Modelle “Wirbelwind” für 54,80.-DM und “IDEAL” für 53.-DM. Für beide Vari- anten benötigte man dann aber noch ein Befestigungs-Kit. Dieses kostete für die Variante “Wirbelwind” 7,20.-DM und für die Variante “IDEAL” sogar ganze 13,50.-DM. Und wer mochte, konnte den “altmodischen” Schwingsattel gegen eine Sitzbank austauschen. Hierfür mussten 89.-DM investiert werden. Abgerundet wurde das Programm durch eine Motorrad-Luftpumpe mit Rückschlagventil zu 4,10.-DM und einem Zylinder-Stahlseilschloss zu 5,50.-DM.

1954 wurde die NSU Lux durch die NSU SuperLux abgelöst. Die NSU SuperLux leistete bei gleichem Hubraum und gleicher Drehzahl nun ganze 11 PS. Im Motor wurden hierfür die Kurbelwelle, der Zylinder mit seinen Überströmkanälen und der Zylinderkopf überarbeitet. Dadurch erhöhte sich die Höchstgeschwindigkeit von bisher 95 km/h auf 100 km/h. Dem Mehrverbrauch von etwa 0,8 Litern wurde durch den großen “Büffel-Tank” mit seinen 14 Liter Fas- sungsvermögen Rechnung getragen. Aber auch die Bremsen wurden deutlich verbes- sert. Nun verzögerten Vollnaben-Trom- meln mit 180,5 mm Durchmesser den Vorwärtsdrang. Doch auch diese Maschine konnte den Abwärtstrend in der Motorrad- nachfrage nicht bremsen und so wurde ihre Produktion -bereits nach nur 2 Jahren- gegen Ende 1956 eingestellt.

Motor-Unterschiede zwischen NSU Lux und NSU SuperLux:

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Lux/Superlux Bilder und Daten

 

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