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Lambretta

Im März 1950 fand die Frankfurter Frühjahrs-Messe statt. Natürlich war (neben den gesamten anderen deutschen Zweiradherstellern) auch NSU präsent. Hier stellte NSU erstmals die NSU Lambretta vor. Dabei handelte es sich um einen einen Motorroller der italienischen Firma INNOCENTI, den NSU in Lizenz baute (solche Linzenz-Fertigungen waren seinerzeit gar nicht so unüblich, bekannteste Lizenz-Fertigung dürfte wohl die BMW Isetta sein). Motorroller kamen Ende der 40-er Jahre in Italien auf und erwiesen sich größter Beliebtheit, insbesondere bei der Damenwelt. Wie bei solchen Lizenzen üblich, wurden sie in der Regel überarbeitet und somit verbessert auf den Markt gebracht. NSU überarbeitete das Armaturenbrett, so dass es neben dem Tacho auch eine Uhr erhielt. Tacho und Uhr wurden beleuchtet. Das Handschuhfach ließ sich abschliessen und für die Aktentasche des Herren bzw. den Einkaufsbeutel der Damen gab es einen Gepäckhaken. Gegen die Langfinger wurde ein Lenkschloss montiert und auf das Heck wurde ein Reservereifen montiert. Dies war ja beim Motorroller mit seinen kleinen Reifen von 4x8 Zoll ohne weiteres machbar. Übrigens absorbierten diese kleinen ballonartigen Reifen hervorra- gend die Schlaglöcher jener Zeit. Dazu trug auch bei, dass jede Achse gefedert war. Der 125 ccm-Zwei- takt-Motor mit 4,5 PS hatte eine Gebläsekühlung und verbrauchte rund 2l auf 100 Kilometer bei einer Höchstgeschwindigkeit von ca. 70 km/h. Damit hatte er bei einem Tankvolumen von 6 Litern rund 300 km Reichweite. Der Motor saß un- mittelbar von dem Hinterrad, welches er mittels Kardan antrieb. Die Plazierung des Motors trug maßgeblich zur positiven Straßenlage bei. Das 3- Gang-Getriebe wurde mittels Drehgriff am Lenker geschaltet. Die Karosserie- bleche wurden gummigelgagert, also klapperfrei, am Stahlrohrrahmen verschraubt. Scheinwerfer und Hupe wurden in die Karosse integriert. Das Schutzblech des Vorderrades wurde extrem weit heruntergezogen und erinnerte so an die amerikanischen Straßenkreuzer jener Zeit. Die NSU Lambretta war in den Farben Hellblau, Mittelgrau, Lindgrün und Beige lieferbar. Ab Anfang 1951 bot NSU seinen Motorroller offiziell als NSU Lambretta-Autoroller an. Jedoch konnte NSU ihn nur auf dem deutschen Markt anbieten, da die Lizenzvereinbarung ein Exportverbot vorsah.

Wie es sich für ein autoähnliches Gefährt seiner Zeit gehört, bekam 1953 der NSU Lambretta-Autoroller einen elektrischen Strarter. Nach Einschalten der Zündung musste man nur ein Knöpfchen drücken und er sprang an. Gleichzeitig entfiel der Kickstarter. Auch musste man die Motorklappe zum Tupfen des Vergasers vor dem Start nicht mehr öffnen. Dies wurde jetzt vom Armaturenbrett aus gemacht, ebenso das Öffnen und  Schließen der Vergaserluftklappe. Ferner wurde der Fahrkomfort verbessert. Dies geschah zum einen durch eine Verbesserung der Federelemente und Schwinggelenke, zum anderen durch größere Schwingsättel.

Und natürlich gründeten sich (wie eigentlich bei jedem damaligen Gefährt üblich) schnell NSU Lambretta-Clubs. Diese organisierten neben Wochenend- ausfahrten und Reisen auch sportliche Wettbewerbe, seien es nun anspruchs- volle Orientierungsfahrten, Rundstrecken- oder Querfeldein-Rennen. Die Club-Zugehörigkeit wurde oftmals auf der Karosse des Autorollers gezeigt. So fuhr man voller Stolz und Würde gleich noch viel majestetischer über die Straßen und Plätze der jungen Republik.

 

Der Roller wurde ständig im kleinen weiter verbessert. Seine gravierenste Überarbeitung erfuhr er 1955. Der NSU Lambretta-Autoroller erhielt einen größeren Motor. Nun werkelte ein 150ccm- Zweitakt-Motor mit 6,2 PS im Heck. Die Höchstgeschwindigkeit stieg auf 81 km/h. Man hätte leicht mehr herausholen können, doch dies entsprach nicht der Firmenphilosophie. “Haltbar und zuverlässig” lautete das Motto. Mit dem neuen Motor gab es auch das System der “beruhigten Luft”, wie es sich u.a. bei der NSU Foxund der NSU Lux bestens bewährt hatte. Und der Auspuff wurde nicht nur dem neuen Motor angepasst, nein, nun gab es für den NSU Lambretta-Autoroller einen Diffusor- Endtopf.

Ende 1955 lief das auf die Lizenzvereinbahrung beruhende Exportverbot aus. Somit wurden die letzten Exemplare Anfang 1956 gebaut. NSU stellte dann die Produktion unter dem Namen NSU Lambretta ein und stellte einen nochmals überarbeiteten Roller unter der Bezeichnung NSU Prima-D in die Verkaufsräume.

Wahrscheinlich aus Dankbarkeit für die Möglichkeit der Lizenzfertigung konnte man noch einige Zeit in den NSU Vertretungen den INNOCENTI Lambretta Roller kaufen. Doch dieses Geschäft wurde schnelle wegen Erfolgslosigkeit eingestellt.

Auch für die Lambretta bot NSU zahlreiches praktisches Zubehör an. So gab es neben einem 1,08l-Reserve-Kanister, der genau in das Reser- verad passte, auch einen Gepäckträger für das Reiseköf- ferchen. Und jeder konnte, sofern er wollte, seine Füße während der Fahrt auf eine Gummi-Matte oder auf edle Alu- Bleche in Lambretta- Design stellen.

 

 

 

 

Und weil nicht jeder über eine Garage verfügte, gab es von NSU eine mobile im Zubehör. Na denn: Gute Nacht

 

 

 

 

 

 

 

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Lambretta Bilder und Daten

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