BuiltWithNOF

Der Sammlerzünder

Der Sammlerzünder unterscheidet sich vom Magnetzünder dadurch, dass beim Starten der Primärstrom nicht durch Magnetinduktion erzeugt wird, sondern von einem Sammler (= Batterie) geliefert wird.

Sobald der Motor läuft, liefert die integrierte Lichtmaschine den erforderlichen Primärstrom und lädt den Sammler.

Der Zündfunken wird beim Sammlerzünder in einem Transformator (= Zündspule) erzeugt. Ihr Aufbau sieht wie folgt aus: In einem Gehäuse aus Blech oder Preßstoff befindet sich ein Weicheisenkern, der den magnetischen Kraftfluss leitet. Primär-, Sekundär- und bei späteren Modellen eine Zusatzwicklung umschließen den Weicheisenkern. Die Zusatzwicklung ist der Primärwicklung parallel geschaltet und soll die Primärspannung, und somit am Ende den Zündfunken,  an kalten Ta- gen oder bei schwachem Sammler verstärken. Eine andere Möglichkeit der Ver- stärkung des Zündfunken ist der Einbau eines Vorschaltwiderstandes. Die Primär- wicklung ist hier so bemessen, dass im Dauerbetrieb ein Widerstand vorgeschaltet werden muss. Beim Starten wird dieser jedoch kurzfristig kurz geschlossen, wo- durch dann der Primärstrom eine solche Stärke erreicht, dass eine ausreichende Zündung erfolgt.

Der Sammlerzünder hat den Vorteil, dass er selbst bei kleinster Drehzahl des Motors wirksame Zündfunken liefert, da ja die elektrische Energie dem Sammler entnommen wird. Der Zündfunken ist im Gegensatz zum Magnetzünder unabhän- gig von der Drehzahl des Motors. Ein weiterer schöner Nebeneffekt ist, dass die Beleuchtung durch den Sammler auch bei ausgeschaltetem Motor funktioniert. Beim Magnetzünder steht man hier im dunkeln.

Natürlich hat jede Medaille zwei Seiten, so auch der Sammlerzünder. Sein Nachteil besteht in der Abhängigkeit vom Ladezustand des Sammlers.

 

Pflege des jeweiligen Zünders

An den Unterbrecherkontakten bildet sich im Laufe ihrer Arbeit eine Oxydschicht. Diese muss mit einer Kontaktfeile entfernt werden. Achtung: Kontakte nur mit solch einer Feile, die nur dafür verwendet wird, bearbeiten. Niemals mit einer Feile, die auch zum normalen Arbeiten verwendet wird. Kontaktfeile niemals für andere Werkstücke verwenden. Auch Schmirgelpapier, oder -leinen nicht verwenden.

Der Kontaktabstand bei Magnetzündern beträgt 0,3 bis 0,4 mm, der bei Sammler- zündern 0,4 bis 0,5 mm. An die Kontakte des Unterbrechers darf kein Öl oder Fett gelangen.

Hinweis: Auch der Elektrodenabstand der Zündkerzen ist bei beiden Zündern unterschiedlich. Beim Magnetzünder beträgt der Abstand 0,3 bis 0,5 mm, beim Sammlerzünder beträgt er 0,6 bis 0,7 mm.

 

Sinn und Zweck des Kondensators

Wie schon im Teil V erwähnt, ist zum Schutz der Kontaktflächen ein Kondensator von Nöten. Nachfolgend wird detaillierter die Aufgabe des Kondensators erläutert, wodurch dann Sinn und Zweck klar werden.

Wenn beide Kontaktflächen  plötzlich voneinander getrennt werden, so hat der fließende Strom die Neigung, den entstandenen Zwischenraum zu überbrücken. In diesem Fall kann ein Funke von hoher Temperatur entstehen. Durch diese hohe Temperatur können die beiden Kontaktflächen zum einen schnell verbrennen, zum anderen könnte das gewünschte plötzliche Aufhören des Primärstroms verhindert werden. Eine schnelle Unterbrechung ist jedoch unbedingt nötig, um eine hohe Induktionsspannung in der Sekundärspule hervorzurufen. Und genau für diese unter allen Umständen herbeizuführende sichere Unterbrechung wird ein Kon- densator verwendet. Im Aufbau bestand dieser damals (wahrscheinlich wie auch heute) aus zwei Gruppen Stanniolblättern, die so angeordnet sind, dass die Blätter jeder Gruppe zwecks Isolation abwechselnd mit Glimmerscheiben voneinander getrennt sind. die einzelnen Blätter jeder Gruppe sind durch Metallstreifen mitein- ander verbunden. An jeder dieser Gruppen ist ein Draht nach außen angebracht. Der Draht der einen Gruppe führt zur Kontaktfläche des Kontaktträgers der Primärwicklung. Der andere Draht führt an das metallische Massegehäuse des Zünders. Die Größe des parallel geschalteten Kondensators wird durch den überschüssigen Strom, den er bei der Unterbrechung aufnehmen muss, bestimmt. Anstatt also der überschüssige Strom also einen schädlichen Funken erzeugt, fließt er in den Kondensator ab und der Primärstromkreis wird somit schnell unter- brochen. Sobald die Kontakte wieder geschlossen sind, wird der gespeicherte überschüssige Strom wieder aus dem Kondensator abgeleitet, sodass er für die nächste Unterbrechung wieder aufnahmebreit ist.

Fortsetzung folgt

nach oben

Der Zweitakt-Motor (Anfang)

 

 

[Home] [Bulli] [NSU Zweitakter] [Der Zweitakt-Motor] [Funktion Teil I] [Funktion Teil II] [Funktion Teil III] [Funktion Teil IV] [Funktion Teil V] [Funktion Teil VI] [unsere NSU ZDL Bj. 1934] [Fotogalerie] [Links] [Kontakt]