BuiltWithNOF

Nachdem nun das Gasgemisch gezündet wurde, der Kolben sich auf der Reise zum UT befindet und das Frischgas das Altgas aus dem Brennraum drückt, kommen wir nun zum Thema Auspuff. Der Auspuff beim Zweitakt-Motor ist funktionswichtig, d.h. ohne ihn läuft da nichts (richtig).

Im folgenden versuchen wir zu erklären welche wichtige Aufgabe der Auspuff dabei übernimmt. Dazu dient vorrangig das Bild (es sagt mehr als 1000 Worte!).

 

Der Auspuff gehört mit zur Steuerung des Gaswechsels (Austausch des Alt- gegen Frischgas). Mit seiner Hilfe erhält der Motor die bestmögliche Füllung und er- reicht damit seine größte Leistung. Beim Niedergehen des Kolbens wird durch des- sen Oberkante der Auslaßschlitz freige- geben. Das unter beträchtlichem Druck stehende Altgas strömt als Druckwelle aus dem Brennraum durch den Krümmer in den Endtopf (Expansionskammer) - siehe Bild a). Hier trifft es auf ein Prallblech und wird zurück geworfen. Derweilen hat der Kolben den UT erreicht und das Frischgas ist nicht nur in den Brennraum geströmt, sondern in Teilen auch schon in den Krümmer - siehe Bild b). Der Kolben befin- det sich nun auf dem Weg zum OT. Noch bevor er mit seiner oberen Kante den Aus- laßschlitz schließt, trifft die Druckwelle des Altgases auf das Frischgas und drückt es in den Brennraum zurück - siehe Bild c). Da- durch wird die Füllung des Zylinders und damit die Leistungsausbeute des Motors erhöht.

 

Damit dies theoretisch geschilderte auch in der Praxis passiert, muss die Auspuff- anlage auf den Motor abgestimmt sein. Dies lässt sich mathematisch berechnen. Entscheidend ist hierbei das Wissen darum, wie lange die Druckwelle vom Ver- lassen des Brennraums bis zum Prallblech und zurück braucht. Dies ergibt die Resonanzlänge. Deren Länge ist leider von der Höhe der jeweiligen Drehzahl ab- hängig. Somit kann eine Auspuffanlage niemals für den gesamten Drehzahl- bereich des Motors konstruiert werden, sondern allenfalls für einen Teilbereich davon, d.h. die optimale Füllung des Zylinders und damit die opitmale Leistungs- ausbeute lässt sich nur für eine bestimmte Drehzahl erreichen. Die Konstrukteure müssen also wissen, in welchen Drehzahlbereichen die Motoren meist laufen/ betrieben werden. Bei Stationär-Motoren gibt es hier nicht so die Probleme,  aber das Abstimmen der Auspuffanlage für ein Motorrad, dass von 650 bis 4000 U/min läuft, ist “nur” ein Kompromiss des Gesamten.

Wir hoffen, dass dadurch ersichtlich wird, dass an der vorhandenen Auspuffanlage nichts verändert werden darf. Wer es doch tut, glaubt häufig, aufgrund der höhe- ren Lärmentwicklung auch mehr Leistung zu haben. Doch er irrt. Meist ist sie deutlich gemindert.

Ein weiteres Erklären hier, insbesondere die Angabe von Berechnungsformeln, würde zu sehr ins Detail führen. Die Grundproblematik ist dargelegt! Wer es trotzdem genauer Wissen will, dem sei das Buch “Zweitakt-Motoren-Tuning Teil 1” (ISBN 3.924943-25-6) aus dem RIECK-Verlag empfohlen. Dieses Buch schildert nicht nur die Tips zur Leistungsgewinnung, sondern erklärt hervorragend und somit verständlich das Schwingungsverhalten der Frisch- und Altgase sowie positive und negative Einflüsse darauf im Zweitakt-Motor. Ebenso ist in diesem Verlag das Buch “Zweitakt-Praxis” (ISBN 3-924043-19-1) von W. A.  DOERNHOEFFER erschienen, ein Reprint aus dem Jahr 1942. DOERNHOEFFER arbeitet in den 30-er und 40-er Jahren für DKW.  Beide Bücher sind für den Zweitakt-Schrauber eigentlich ein muss!!!

nach oben

Funktion Teil V

[Home] [Bulli] [NSU Zweitakter] [Der Zweitakt-Motor] [Funktion Teil I] [Funktion Teil II] [Funktion Teil III] [Funktion Teil IV] [Funktion Teil V] [Funktion Teil VI] [unsere NSU ZDL Bj. 1934] [Fotogalerie] [Links] [Kontakt]