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Das Ein-Mal-Eins der Zulassung soll allen Besuchern dieser Seite helfen, es ein wenig leichter zu haben. Eines sollte jedem interessierten Leser klar sein: Es handelt sich um eine auf den ersten Blick recht trockene Materie, die durchaus in Teilen manchmal zum besseren Verständnis mehrfach gelesen werden muss. Um es nicht zu unübersichtliche zu machen, haben wir uns auf die jeweiligen wesentlichen Dinge der einzelnen Paragraphen beschränkt.

Und natürlich ist alles hier -wie sollte es auch anders sein- OHNE GEWÄHR UND ANSPRUCH AUF RICHTIGKEIT!!!

Und selbst natürlich gibt es immer auch die Ausnahme von der Regel!

Vorab nun erst einmal die Frage:

Wie will ich mein motorisiertes Zweirad zulassen?

a) mit dem roten 07-er Kennzeichen (hiermit enfällt im Prinzip bloß der alle zwei Jahre fällig werdende TÜV und der tägliche Betrieb ist erheblich eingeschränkt) oder

b) mit einem sog. “H”-Kennzeichen oder

c) ganz normal um jeden Tag zu jeder Zeit fahren zu dürfen?

 

Mit dem 01.März 2007 ist die Fahrzeug-Zulassungs-Verordnung (FZV) in Kraft getreten. Alle Fahrzeuge, die zulassungspflichtig sind, werden nun nach dieser neuen Verordnung zugelassen.

Zunächst vorab die 07-er-Variante:

§ 17 FZV: “Oldtimer, die an Veranstaltungen teilnehmen, die der Darstellung von Oldtimer-Fahrzeugen und der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen, benötigen hierfür sowie für Anfahrten zu und Abfahrten von solchen Veranstaltungen keine Betriebserlaubnis und keine Zulassung, wenn sie ein rotes Oldtimerkennzeichen führen. Dies gilt auch für Probefahrten und Überführungsfahrten sowie für Fahrten zum Zwecke der Reparatur und Wartung der betreffenden Fahrzeuge. ....”

Im Klartext heißt dies:

1. Mit meinem 07-er-Kennzeichen darf ich an vom Veranstalter angesetzten Ausfahrten oder Vorführfahrten auf öffentlichem Straßenland teilnehmen.

2. Mit meinem 07-er-Kennzeichen darf ich zum Veranstaltungsort fahren um dort an der Veranstaltung teil zu nehmen.

3. Mit meinem 07-er-Kennzeichen darf ich nach Veranstaltungsende von dort wieder nach Hause fahren.

4. Mit meinem 07-er-Kennzeichen darf ich eine Probefahrt machen um z.B. festzustellen, dass technisch alles in Ordnung ist (z.B. nach einer selber durchgeführten Reparatur oder Wartung, aber auch nach dem sogenannte “Winterschlaf”.

5. Mit meinem 07-er-Kennzeichen darf ich mein Krad von A nach B überführen, also zum Beispiel von meiner Garage zu meinem Wohnort.

6. Mit meinem 07-er-Kennzeichen darf ich mein Krad in eine Werkstatt fahren um es dort z.B. reparieren oder warten zu lassen

Die Punkte 4. bis 6. beinhalten ausschließlich diesen Zwecken. Somit sind Fahrtunterbrechungen wie das Anhalten vor der Eisdiele oder der Hosenkauf unzulässig. Und auch die Fahrten wie z.B. Hochzeitsfahrten, Stadtrundfahrten, etc. sind nicht erlaubt.

Da in der Vergangenheit diesbzgl. bedauerlicher Weise einige wenige unter uns so “bauernschlau” waren und sich nicht daran gehalten haben indem sie mit der 07-er- Regelung ihre alten “Möhren” günstig weiter nutzten, hat der Gesetzgeber nun die 30- Jahre-Regelung eingeführt.

Übrigens muss ich mich bei der Teilnahme an einer Veranstaltung nicht vergewissern, dass der Veranstalter diese auch tatsächlich bei der zuständigen (Ordnungs-)Behörde angemeldet hat. Hier trifft ggf. nur ihn ein Bußgeld, nicht aber die Teilnehmer.

 

Vorraussetzungen zur Erlangung eines 07-er-Kennzeichens:

1. Das Krad muss vor 30 Jahren das erste Mal in Betrieb gewesen sein. (Beachte: Ein Fahrzeug was vor 40 Jahren gebaut, aber noch nie zugelassen war, erfüllt somit nicht die Vorraussetzungen eines 07-er-Kennzeichens, denn es war ja noch nie in Betrieb)

 

 

Was passiert, wenn ich nun doch mal an der leckeren Eisdiele anhalte und die Polizei mich erwischt?

Ein Fahrzeug mit 07-er-Kennzeichen braucht nur dann keine Betriebserlaubnis und keine Zulassung, wenn das Fahrzeug mit der 07-er-Nummer exakt für die im § 17 FZV genannten 6 Punkte genutzt wird.

Im Umkehrschluss heißt dies nichts anderes als dass man für die Fahrt zur Eisdiele dann eine Betriebserlaubnis braucht, ebenso wie eine Zulassung.

Verstöße liegen im Bußgeldbereich, dass heißt mindestens 40 Euro und mindestens 1 Punkt in Flensburg. Und da man ja ein Kraftfahrzeug ohne Betriebserlaubnis und ohne Zulassung nicht im öffentlichen Straßenland führen darf, darf man nach dem erwischt worden sein nach Hause schieben oder ein Abschleppunternehmen mit dem nach Hause bringen beauftragen. In der Praxis wird einem jedoch eher selten ein “Verbot der Weiterfahrt” ausgesprochen.

 

Sehr wichtig für 07-er-Nutzer:

Häufig existiert leider auch die irrige Annahme, dass ein Fahrzeug mit 07-er-Nummer sich im ursprünglichen Auslieferungszustand befinden darf, wenn es denn im öffentlichen Straßenland gefahren wird. - Dies ist ganz klar falsch!!!

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass alle Kräder auch bei Tageslicht mit eingeschalteter Beleuchtung fahren müssen (§ 17 Abs. 2a StVO). Somit ergibt sich zwangsläufig das Vorhandensein einer Beleuchtungsanlage alleine schon aus der StVO.

Ebenso gelten für alle Kraftfahrzeuge die Bau- und Betriebsvorschriften sofern sie auf öffentlichem Straßenland betrieben werden.

 

Und nun zum alles entscheidenden Thema:                                                                          Was muss und vor allem ab wann an welchem Krad dran sein?

Vorab ein kurzer Hinweis: Die FZV hat nur die §§ 18 bis 29h StVZO ersetzt. Die §§ 30 ff. StVZO finden weiterhin Anwendung.

Auch hier muss man eigentlich bloß mal in die StVZO schauen und die einzelnen Paragraphen chronologisch abarbeiten. Hierbei ist es überaus wichtig bei jedem Paragraphen zusätzlich noch in den § 72 StVZO zu schauen. Hier steht -im ganz groben gesagt- ab wann was wie erforderlich ist. Wer es ganz genau wissen möchte, der schaut mal selber in die StVZO rein, für alle anderen gibt es nachfolgend die wesentlichen Dinge, die uns Motorrad-Oldtimer-Fahrer interessieren.

 

§ 36 StVZO (Bereifung und Laufflächen):

Hier ist vor allem der Abs. 2 b für uns interessant. Daraus ergibt sich, dass Reifen für Fahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h mit ihrer Fabrik- oder Handelsmarke sowie mit Angaben aus denen Reifengröße. Reifenbauart, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitskategorie, Herstellungs- bzw. Reifenerneuerungsdatum gekennzeichnet sein müssen. Diese Angaben sind auch besser als DOT-Nummer bekannt. Dies gilt für alle Reifen, die ab dem 01.Januar 1990 hergestellt und hier auf der Straße verwendet werden. Diese Reifen besitzen auch das sog. “E im Kreis”. Seit 01.Januar 1994 gilt diese Kennzeichnungspflicht z.B. auch für die Reifen von Fahrrädern mit Hilfsmotor.

Wer nun also z.B. “neue” Wulst- oder andere Reifen aus Indien erwirbt, da diese dort vielleicht noch hergestellt werden, darf sie folglich nur auf hiesigen Straßen verwenden, wenn die Reifen w.o. gekennzeichnet sind. Sind sie aber in der Regel leider nicht.

 

§ 36a StVZO (Radabdeckungen, Ersatzräder)

Laut Abs.1 müssen die Räder von Kraftfahrzeugen und ihren Anhängern mit hinreichend wirkenden Abdeckungen (Kotflügel, Schmutzfängern oder Radeinbauten) versehen sein.

Der Abs.1 gilt für aller Räder, auch das vordere, was gern von Chopper-Fahrern weggelassen wird.

Die Wirkung der Abdeckung wird als hinreichend angesehen, wenn bei leerem Fahrzeug und Geradeausstellung aller gelenkten Räder folgende Bedingungen erfüllt sind:

1. Die Räder müssen über der oberen Hälfte eine Abdeckung haben, die mindestens über die Laufflächenbreite der Reifen geht. Der äußere Rand ist so weit wie möglich seitlich  herumzuziehen. Die vordere und die hintere Kante der Abdeckung dürfen bis 150 mm oberhalb der waagerechten Radmittellinie enden. ........

2. Radabdeckungen müssen fest angebracht sein. Sie können aus mehreren Teilen bestehen, die einander überdecken. Auch Teile des Aufbaus können als Abdeckung dienen.

3. Am Vorderrad von Krafträdern genügt eine Abdeckung nach hinten, die oberhalb des Scheitelpunktes des Rades beginnt.

4. und 5. sind für uns Zweirad-Fahrer nicht von Bedeutung.

 

§ 38a StVZO (Sicherungseinrichtung gegen unbefugte Benutzung von Kfz)

Laut Abs. 2 müssen Krafträder mit einem Hubraum von mehr als 50 ccm oder einer durch die Bauart bedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 km/h, ausgenommen Kleinkrafträder und Fahrräder mit Hilfsmotor, mit einer Sicherungseinrichtung gegen unbefugte Benutzung ausgerüstet sein, die der im Anhang zur StVZO entspricht.

Leider besteht hier eine Nachrüstungspflicht. Sicherungseinrichtungen für Krafträder sind beispielsweise Lenkschlösser und Speichenschlösser.

Bei Lenkschlössern muss ein unbeabsichtigtes Blockieren während der Fahrt ausgeschlossen sein. Der Sperrbolzen darf nur in der dafür vorgesehenen Sperrstellung “Blockieren” geschlossenen werden können. Die Sperrung des Lenkers bei stark eingeschlagenem Lenker erfolgen. Der Einschlagwinkel muss mindestens 20 Grad betragen. Die Sicherungseinrichtung muss ohne jede die Verkehrssicherheit gefährdende Beschädigung der Lenkanlage einem in beiden Richtungen aufgebrachten Drehmoment von 200Nm standhalten.

Bei Speichenschlössern muss das Drehen des Antriebsrades des Kraftrades verhindern. Ein unbeabsichtigtes Blockieren des Antriebrades während der Fahrt muss auch bei steckendem Schlüssel ausgeschlossen werden. Der Sperrbolzen darf nur in der (den) dafür vorgesehenen Sperrstellung(en) auf “Blockieren” geschlossen werden können und muss nach dem “Entriegeln” selbsttätig in der Lösestellung verriegelt werden.

 

§ 39a StVZO (Betätigungseinrichtungen, Kontrolleuchten und Anzeiger

Lt. Abs. 2 müssen in Kraftfahrzeugen nach § 30a Abs. 3 (das sind u.a. Krafträder) die dort eingebauten Betätigungseinrichtungen, Kontrolleuchten und Anzeiger eine Kennzeichnung haben, die den im Anhang I zur StVZO genannten Bestimmungen entspricht.

Gemäß § 72 StVZO ist dieser Paragraph aber nur auf Krafträder anzuwenden, die erstmals nach dem 17.Juni 2003 in den Verkehr genommen wurden. Daher wird hier nicht weiter darauf eingegangen. Im groben sei aber erwähnt,  dass es hierbei um die farbliche Gestaltung geht, also Fernlich ist blau, usw.

 

§ 41 StVZO (Bremsen und Unterlegkeile)

Kraftfahrzeuge müssen 2 voneinander unabhängige Bremsanlagen haben oder eine Bremsanlage mit 2 voneinander unabhängigen Bedienungseinrichtungen, von denen jede auch dann wirken kann, wenn die andere versagt. Die voneinander unabhängigen Bedienungseinrichtungen müssen durch getrennte Übertragungsmittel auf verschieden Bremsflächen wirken, die jedoch in oder auf derselben Bremstrommel liegen können. ....... Die Bremsen müssen leicht nachstellbar sein oder eine selbsttätige Nachstelleinrichtung haben.

Leider, und das ist ein Problem für sie sog. Pionier-Fraktion, besteht für alle Krafträder, die seinerzeit mal nur mit einer Bremse ausgeliefert wurden, eine Nachrüstungspflicht. Dies stellt besonders solche Fahrzeuge vor ein Problem, die vorn nur eine Nabe haben. Eine Bremse vorn nachzurüsten stellt für so manch einen ein optisches Originalitätsproblem dar. Hier hilft aber ein kleiner Trick: Die 2 Bremsen müssen nur unabhängig von einander sein, sie dürften aber sehr wohl auf das gleiche (Hinter-)Rad wirken.

 

§ 42 StVZO (Anhängelast hinter Kraftfahrzeugen und Leergewicht)

Hier ist für Krafträder der Absatz 2 entscheidend. Danach dürfen hinter Krafträdern Anhänger ohne ausreichende eigene Bremse nur mitgeführt werden, wenn das Kraftrad eine Allradbremse besitzt, also eine Vorderrad- und eine Hinterrad-Bremse. Ist am Krad ein Beiwagen montiert, so muss auch dieser gebremst sein um einen einachsigen Anhänger ziehen zu dürfen. Die Anhängelast darf höchstens die Hälfte des um 75 kg erhöhten Leergewichts des ziehenden Krads betragen.

Beispiel: (Leergewicht Krad 105kg + 75 kg) : 2 = 80 kg Anhängelast zulässig

 

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